Für viele schneller als gedacht, aber jedes Jahr neu, ist sie wieder da: Die Advents- und Weihnachtszeit. Und weil wir dieses Jahr mal wieder die kürzeste aller möglichen Adventszeiten haben, der 4. Advent ist zugleich Heilig Abend, wird heftig gestritten, ob am Heilig Abend, der eben dieses Jahr ein Sonntag ist, die Geschäfte geöffnet haben sollen oder nicht? Wie geht es Ihnen und Euch damit, dass es nun schon wieder Advent ist? Fühlen wir uns hektisch getrieben, ob wir ja auch alles schaffen, die Einkäufe, die Geschenke, und hoffen deshalb insgeheim, dass wir auch am Heilig Abend noch einkaufen können. Oder denken wir, es ist ja doch immer das gleiche, und irgendwie berührt mich diese Zeit gar nicht mehr? Oder freuen wir uns, dass nun wieder Advent und bald Weihnachten ist?

Advent bedeutet Ankunft. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“, so heißt es in dem wohl bekanntesten aller Adventslieder. Und dieses Kommen drückt der Monatsspruch in dem Bild des Lichtes aus und bleibt damit ganz in der Tradition des Alten Testamentes. Beim Propheten Jesaja lesen wir: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“ (Jes. 9,2). Und im Monatsspruch wird dieses Bild vom Licht aufgenommen: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe“. Gottes Barmherzigkeit kommt zu uns und macht das Dunkel hell. Wenn es auch durch den Lichterglanz in unseren

Dörfern und Städten scheinbar kaum einen dunklen Flecken mehr zu geben scheint, so gibt es doch viele Menschen, die Finsternis und Schatten des Todes erleben. Ehemals gute Freunde haben sich nichts mehr zu sagen, gescheiterte Beziehungen, das Gefühl versagt zu haben, Sucht, Armut, Einsamkeit, Krankheiten, der Tod eines  geliebten Menschen. Da erleben wir Finsternis und Dunkelheit in unseren Herzen. Orientierungslosigkeit, wissen oft nicht, wie der Weg weitergeht? Und gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, wo so viel von Liebe, Freude, Frieden, Geschenke und vom Fest der Familie geredet und gesungen wird, drohen solche Leiderfahrungen noch bitterer zu werden. Doch gerade diesen Menschen gilt ganz besonders die Botschaft von dem göttlichen Licht. Denn dieses Licht steht für die beste Botschaft der Welt: Wir haben einen Vater im Himmel, der sich zu jedem Menschen, aufmacht, egal wie die Lebenssituation auch ausschaut, weil er uns liebt! Jochen Klepper hat dies so ausgedrückt: „Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ Das ist Grund zur Freude, darum geht es im Advent. Möge uns die Botschaft von diesem Licht berühren, trösten, aufrichten und begleiten,

Eine gesegnete und von diesem göttlichen Licht bescheinte Zeit wünscht

Ihr / Euer Karl-Heinz Thurm