In diesem Psalm beklagt der Beter die Ungerechtigkeit der Welt. Er, der sich zu Gott hält, muss sehen, wie es den Gottlosen gut geht, wie sie anscheinend keine Probleme im Leben haben. Wie sie gegen Gott reden und ihnen die Leute nachlaufen und recht geben.
Aber er sieht dann, wie leer und ohne Sinn letztendlich deren Leben ist und freut sich, dass er Gott kennt und er sich an den halten darf, der ihn hält.
Kann man es nicht auch ein wenig mit unserer Zeit vergleichen. Denen, die sich heute zu Gott bekennen, steht der Trend entgegen. An Gott zu glauben, ihm nachzufolgen, hat keinen großen Stellenwert in unserer Zeit. Vielen ist es sogar eine Lust, den Gott, der uns heilig ist, in den Schmutz zu ziehen und dieses dann Kunst zu nennen.
Deshalb kann jedem von uns, der diesen Gott kennt, dieses Wort des Monatsspruchs Kraft und Hilfe geben.
Für mich kommt dieser Psalm gleich nach Psalm 23. Es ist mir unvergesslich, wie ihn ein Pfarrer bei einer Beerdigung ausgelegt hat: bei allem, was dir begegnet, bei allen Problemen, in allen Schwierigkeiten und in aller Not, auch bei allem Zweifel an seiner Kraft, Gott hält dich an deiner rechten Hand – er lässt dich nicht los, egal was du tust und egal, was dir angetan wird!
Dieses Wissen und die Erfahrung, dass es stimmt, hat mir in meinem Leben viel Kraft gegeben. Ich wünsche, dass alle, die diesen Psalmvers nachsprechen können, auch diese Erfahrung machen dürfen:
Gott hält dich an deiner rechten Hand.
Karlheinz Zeeb

Einen Rundbrief schreibt Paulus an die Gemeinden in der Landschaft Galatien. Er beschreibt christliches Leben, wie es stattfinden sollte – von Früchten des Heiligen Geistes begleitet. Es geht also um eine Art von geistlichem Früchtebrot. Dessen wichtigster Inhalt ist die Liebe – in dreierlei Form: Liebe zu Gott, Liebe zu meinen Mitmenschen und Liebe zu mir selbst. Nach diesem Grundrezept für den gesamten Glaubensteig folgt die Freude. Eine Freude über so viele Dinge und vor allem eine „frohe Botschaft“, wie das Evangelium heißt. Und danach folgt die Sicherheit für unser Leben, der Frieden. Wenn diese Grundlagen gelegt sind als Basis für unseren Glauben, werden sich Langmut, Freundlichkeit und Güte wie von selber einstellen. Darin liegen Aufgaben für unser alltägliches Leben, so viele Früchte, die wir ernten dürfen. Und schließlich vervollständigt durch Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Vielleicht sind die letzten drei Früchte am schwersten zu ernten. So wäre Selbstbeherrschung wie eine Prise Salz für den Glauben des Paulus und seiner Gemeinden.
Ein Text im Evangelium des Johannes berichtet auch von den Früchten; Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15, 5). Eine Rebe muss die Frucht nicht aus sich herauspressen. Sie trägt sie einfach. Die Frucht aus dem Geist teilt sich auf in viele Früchte. Wir brauchen diese unterschiedliche Stärkung für unse-ren Glauben, damit wir im Alltag nicht untergehen.

Erich Franz

Wir sind in der Passionszeit, der Zeit, in der wir Christen uns besonders an das Leiden und Sterben unsres „Heilandes“ erinnern.  Wir sind also durchaus in einer Situation in der wir traurig sein könnten. Auch die weltpolitischen und finanzpolitischen Umstände, die uns unsere Ohnmacht immer wieder vor Augen führen, könnten uns in Traurigkeit  oder in Zorn versetzen. Dabei sind wir in guter Gesellschaft. Die Jünger reagierten genau so, Petrus packte im Zorn sein Schwert und die anderen schlichen traurig davon.  

Jesus kann seinen Jüngern vor seinem Leiden und Sterben keine rosige Zukunft voraussagen. Er weiß, dass die, die ihm nach dem Leben trachten, auch das Leben seiner Jünger bedrohen werden. Aber er weiß auch, dass er seine Jünger nicht alleine zurücklassen muss, dass der Geist Gottes mit  Ihnen sein  wird  und  ihre Traurigkeit in Freude verwandeln wird.

An Ostern verleihen wir dieser Freude Ausdruck.  Wir singen im Ostergottesdienst „ Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit denn unser Heil hat Gott bereit.“ Singen wir das nur oder spüren wir auch, dass Gott uns sein Heil bereit hält? Ich denke, dass es darauf ankommt, dass wir etwas von Gott erwarten, auch in unserer Zeit.

Jesus sagt seinen Jüngern - im Angesicht seines leiblichen Todes - und damit auch  uns „Wenn Ihr den Vater in meinem Namen etwas bitten werdet, wird er es euch geben, dann wird eure Freude vollkommen sein“. Was für eine Zusage!   

Theo Schneck

Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gal.3,28

Paulus ist entsetzt: Ihm ist zu Ohren gekommen, dass Prediger in die jungen christlichen Gemeinden nach Galatien gekommen sind und dort Verwirrung stiften. Sie verlangen, dass sich die Gläubigen beschneiden lassen, also den jüdischen Glauben annehmen. Nur als Jude, der treu die Gesetze hält, könne man an Christus glauben. Diese Vorstellung war nicht neu, immerhin war Jesus Jude, alle seine Aposteln und auch Paulus selbst war Jude. Dass man auch zu den Heiden, den Nichtjuden gehen kann und denen das Evangelium verkündigen, war in der jungen christlichen Gemeinschaft nicht unumstritten.

Kurz vorher wurde dieses Thema aber endgültig auf dem Apostelkonzil in Jerusalem geklärt (Apg. 15) und Paulus glaubte wohl, das die Diskussion damit erledigt sei. Anscheinend gab es aber noch immer Christen, die ein vom Judentum unabhängiges Christentum nicht akzeptierten und sich darauf beriefen, dass Gott seinen Bund ja nur mit dem Volk Israel geschlossen habe.

Und noch schlimmer: ihm, Paulus, wurde in den Gemeinden in Galatien vorgeworfen, er sei doch gar kein richtiger Apostel, weil er ja gar kein Augenzeuge Jesu war.. Paulus ist stinksauer und schreibt den Galaterbrief, einen Brief an seine Gemeinden in Galatien. In diesem Brief wehrt er sich entschieden und mitunter sogar mit deftigen und polemischen Worten gegen die Vorwürfe.