Wenn wir an Weihnachten denken, was empfinden wir da?

Freuen wir uns auf Ferien und freie Tage? Machen wir uns Gedanken, was schenken wir unseren Lieben – oder fürchten wir uns vor dem Stress in der Vorweihnachtszeit – oder haben wir Angst vor den Feiertagen?

Oder sehen wir Weihnachten als große Konsumschlacht?

Nichts von dem ist Gottes Absicht!

Mit Weihnachten, mit der Geburt seines Sohnes, mit dem Kommen des Heilandes der Welt will Gott uns nichts als Freude machen.

Die Weisen aus dem Morgenland hatten anhand der Sterne errechnet, dass in Juda ein neuer, großer König geboren wird. Ein heller Stern zeigte es ihnen an. Die Bibel berichtet, dass sie diesem Stern folgten und er sie in das Königreich Juda führte.

Und nachdem sie in Jerusalem im Palast des Königs Herodes erfahren hatten, dass dieser große König, der von den Juden erwartete Messias, in Bethlehem geboren werden soll, brachen sie dorthin auf – und als sie dann dort in Bethlehem den Stern wieder sahen, hatten sie große Freude.

Dieser Stern ist für uns das Zeichen der Geburt Jesu, das Zeichen für Gottes Nähe zu uns. Mit ihm kam Gott in Jesus zu uns um unter uns zu wohnen und zu bleiben.

Das feiern wir an Weihnachten jedes Jahr wieder neu und das ist

der Grund für die große Freude!

Karlheinz Zeeb

nachzulesen in der Bibel

Matthäus 2, 1-12

 

 

 

 

 

 

 

Die Offenbarung, das letzte Buch der Bibel und im Neuen Testament, ist etwas ganz besonderes. Dieses Buch beschreibt nämlich nicht wie die anderen biblischen Bücher was gewesen ist, sondern sie wirft den Blick auf das, was noch kommt. Die Offenbarung des Johannes schaut in die Zukunft und bringt himmlisches Licht in unsere oft so dunkle Welt. Es ist ein Buch des Trostes, der Hoffnung und Ermutigung für uns wie für die ersten Christen, die in einer schwierigen und gefährlichen Situation lebten. Wahrscheinlich entstand dieses Buch am Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus und zwar verfasst vom Seher Johannes, der von den römischen Behörden auf die Insel Patmos, an die Westküste Kleinasiens, verbannt wurde. Johannes sieht, wie trotz aller Bedrohungen und Gefahren, die die Gemeinde Jesu erleiden muss, das Böse nicht endgültig siegt, sondern dass Gottes Macht in Jesus Christus stärker ist als alle Macht der Tyrannen, Despoten und Zerstörer dieser Welt. Deshalb sagt uns dieses Buch: Alle Weltreiche, alle Herrscher dieser Erde kommen und gehen, Jesus Christus aber ist der König, der bleibt in Ewigkeit. In Jesus Christus ist Gott schon heute mit uns unterwegs, wir müssen nur die Augen für ihn öffnen. Doch unterwegs sein mit Gott heißt auch, wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns entgegen kommt. Wir gehen nicht auf dem Abgrund zu, sondern wir laufen in Gottes Arme, wie Kinder in die Arme ihres Vaters.

Der Seher Johannes sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde, er sieht das neue Jerusalem, das vom Himmel kommt. Jerusalem, das Zentrum der jüdischen Religion, wo Gottes Haus stand, der Tempel, der Ort, an dem Gott angebetet wurde, ist kurz zuvor von den Römern in Schutt und Asche gelegt worden. Jetzt sieht der Seher die neue Stadt Jerusalem, geschmückt wie eine Braut für ihren Mann. Was für ein wunderbares Bild dafür, wie sich bei Gott alles zusammenfügt.  Jesus ist der neue König David, dem Gott das himmlische Jerusalem wie eine geschmückte Braut bereitet. König David hatte Jerusalem einst von den Jebusitern erobert, als er noch nicht König war, sie war also sein Privatbesitz, und deshalb nennt  man sie auch Davidsstadt. Nun wird das neue Jerusalem zur Hauptstadt Gottes, die niemand mehr zerstören kann. Wer an Gott glaubt, der sieht die Geschichte vom Ende her. Am Ende unseres Lebens steht nicht die Zerstörung oder das Chaos, sondern die Liebe Gottes. Wer vom Ende her sieht, dessen Blick richtet sich auf den Gott, der alle Tränen abwischt und wo es kein Leid, Sterben und Tod mehr geben wird. Was für eine Verheißung für den Monat November, wo besonders an Tod und Trauer gedacht wird.

Diesen Trost und Hoffnung, den die Welt nicht geben kann, wünsche ich Ihnen und Euch von Herzen

Ihr / Euer Karl-Heinz Thurm

 

 

 

„All you need is love“ so sangen einst die Beatles. Alles, was du brauchst, ist Liebe. Wie recht sie doch hatten. Aber was ist eigentlich Liebe? Wenn zwei Menschen sich lieben, dann stimmt die Chemie – so sagt der Volksmund. Und in der Tat ist Liebe zunächst einmal ein ganz profaner biochemischer Prozess, der unseren Körper dazu bringt, Schmetterlinge im Bauch zu fühlen, glücklich zu sein und den angebeteten Partner

durch eine rosarote Brille zu sehen.

Ist das die Liebe, die unser Monatsspruch meint? Nein, bei weitem nicht. Unser Monatsspruch fasst den Lie-

besbegriff viel weiter.

Liebe heißt, dem anderen genügend Freiraum zu lassen.

Liebe heißt, geduldig mit dem anderen zu sein.

Liebe heißt, seine Bedürfnisse zurückzustellen.

Liebe heißt, zu erkennen, dass man gemeinsam stärker ist.

Liebe heißt, sich zu entschuldigen, wenn man den anderen verletzt hat.

Liebe heißt, auch schwierige Phasen gemeinsam durchzustehen.

Liebe heißt, dem anderen zuliebe auf etwas zu verzichten.

Liebe heißt, dem anderen zu verge-

ben.

Diese – nach menschlichen Maßstäben erstellte – Liste ließe sich noch endlos fortsetzen und zeigt, wie schwer es ist, Liebe zu definieren. Aber die Lösung für das Liebesrätsel im Monatsspruch ist eigentlich viel

einfacher:

Die Liebe Gottes zu den Menschen zeigt sich dadurch, dass er seinen einzigen Sohn opferte, um uns damit ein neues Leben zu ermöglichen und uns von unserer Schuld, die wir uns tagtäglich aufladen, frei zu machen. Wenn wir das glauben und verinnerlichen und unser Leben danach ausrichten, dann gilt die Zusage Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20) Nicht nur bis an mein Lebensende gilt dieser Satz, sondern darüber hinaus.

Wenn ich mich auf die Liebe Gottes einlasse, dann verspricht er mir dafür ewige Verbundenheit. Als Hilfestellung hat uns Jesus das Doppelgebot der Liebe gegeben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matthäus 22,37-39)

Eine bessere Zusammenfassung als die folgende aus dem Johannesevangelium gibt es zu diesem Thema nicht: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

(Johannes 3,16)

Martin Sautter