Monatsspruch:

Jesus Christus spricht:

WachetMarkus 13,37

Mit der Geduld ist das bei mir so eine Sache. Eine gewisse Zeit warten geht ja in Ordnung. Aber wenn ich zu lange auf etwas warten muss, rechne ich nicht mehr damit, dass noch etwas geschieht. Ich weiß auch, dass ich nicht unbedingt der geduldigste Mensch bin. Geduld hat halt seine Grenze.

Das war vermutlich vor 2000 Jahren nicht anders, denn Jesus vergleicht das kommende Reich Gottes mit einem Hausherrn, der verreist und seinem Gefolge aufträgt, während seiner Abwesenheit sein Haus zu hüten und zu bewachen. So wäre es fatal, wenn er heimkäme und würde alle schlafend vorfinden. Da er aber nicht angekündigt hat, wann er kommen wird, bedeutet das für sein Gefolge, dass sie ständig wachsam sein sollten.

Deshalb sagt Jesus zu seinen Jüngern und allen: „Wachet“.

Genau das erwartet Jesus von seinen Nachfolgern, dass sie das Reich Gottes erwarten und dabei nicht nachlassen und ungeduldig werden.

Unweigerlich denke ich in diesem Zusammenhang auch an die Szene im Garten Gethsemane, wo Jesus betet und seine Jünger bittet, zu wachen. Sie können es nicht, haben den Ernst der Dinge immer noch nicht begriffen, bis dass Jesus

schließlich verhaftet wird.

Aber was bedeutet das für uns, wenn wir Jesus nachfolgen wollen?

Erwarten wir ein Reich Gottes in einer Zukunft, oder vielleicht bereits morgen? Sind wir wachsam oder haben wir die Hoffnung auf Gottes

Reich bereits verloren?

Das Reich Gottes, wie ich es sehe, ist nicht etwas, was in einer näheren und ferneren Zukunft liegt, auf das wir endlich oder unendlich warten müssen, so wie es die Urgemeinde noch tat.

Das Reich Gottes ist sehr real in unserer Zeit. Es ist immer dort, wo einer für den anderen da ist, wo Menschen den Anderen ebenso wertschätzen wie sich selbst, wo man Gottesdienst feiert, in welcher Form auch immer, betet, helfend tätig ist und an vielen weiteren Orten.

Das Reich Gottes ist überall dort, wo der Heilige Geist wirkt. Und wachsam sein, bedeutet, nicht nachzulassen in den Bemühungen, dieses Reich Gottes in unserer heutigen Welt zu leben.

Gott möge uns dazu Wachsamkeit,

Geduld und Kraft geben.

Klaus-Dieter Kriegeskorte