In diesem Psalm beklagt der Beter die Ungerechtigkeit der Welt. Er, der sich zu Gott hält, muss sehen, wie es den Gottlosen gut geht, wie sie anscheinend keine Probleme im Leben haben. Wie sie gegen Gott reden und ihnen die Leute nachlaufen und recht geben.
Aber er sieht dann, wie leer und ohne Sinn letztendlich deren Leben ist und freut sich, dass er Gott kennt und er sich an den halten darf, der ihn hält.
Kann man es nicht auch ein wenig mit unserer Zeit vergleichen. Denen, die sich heute zu Gott bekennen, steht der Trend entgegen. An Gott zu glauben, ihm nachzufolgen, hat keinen großen Stellenwert in unserer Zeit. Vielen ist es sogar eine Lust, den Gott, der uns heilig ist, in den Schmutz zu ziehen und dieses dann Kunst zu nennen.
Deshalb kann jedem von uns, der diesen Gott kennt, dieses Wort des Monatsspruchs Kraft und Hilfe geben.
Für mich kommt dieser Psalm gleich nach Psalm 23. Es ist mir unvergesslich, wie ihn ein Pfarrer bei einer Beerdigung ausgelegt hat: bei allem, was dir begegnet, bei allen Problemen, in allen Schwierigkeiten und in aller Not, auch bei allem Zweifel an seiner Kraft, Gott hält dich an deiner rechten Hand – er lässt dich nicht los, egal was du tust und egal, was dir angetan wird!
Dieses Wissen und die Erfahrung, dass es stimmt, hat mir in meinem Leben viel Kraft gegeben. Ich wünsche, dass alle, die diesen Psalmvers nachsprechen können, auch diese Erfahrung machen dürfen:
Gott hält dich an deiner rechten Hand.
Karlheinz Zeeb