Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gal.3,28

Paulus ist entsetzt: Ihm ist zu Ohren gekommen, dass Prediger in die jungen christlichen Gemeinden nach Galatien gekommen sind und dort Verwirrung stiften. Sie verlangen, dass sich die Gläubigen beschneiden lassen, also den jüdischen Glauben annehmen. Nur als Jude, der treu die Gesetze hält, könne man an Christus glauben. Diese Vorstellung war nicht neu, immerhin war Jesus Jude, alle seine Aposteln und auch Paulus selbst war Jude. Dass man auch zu den Heiden, den Nichtjuden gehen kann und denen das Evangelium verkündigen, war in der jungen christlichen Gemeinschaft nicht unumstritten.

Kurz vorher wurde dieses Thema aber endgültig auf dem Apostelkonzil in Jerusalem geklärt (Apg. 15) und Paulus glaubte wohl, das die Diskussion damit erledigt sei. Anscheinend gab es aber noch immer Christen, die ein vom Judentum unabhängiges Christentum nicht akzeptierten und sich darauf beriefen, dass Gott seinen Bund ja nur mit dem Volk Israel geschlossen habe.

Und noch schlimmer: ihm, Paulus, wurde in den Gemeinden in Galatien vorgeworfen, er sei doch gar kein richtiger Apostel, weil er ja gar kein Augenzeuge Jesu war.. Paulus ist stinksauer und schreibt den Galaterbrief, einen Brief an seine Gemeinden in Galatien. In diesem Brief wehrt er sich entschieden und mitunter sogar mit deftigen und polemischen Worten gegen die Vorwürfe.

Unser Monatsspruch ist eine seiner Schlussfolgerungen: Als Christ muss man nicht Gräben ziehen zwischen Judenchristen und Heidenchristen (Griechen), nicht zwischen gesellschaftlichen Schichten und auch nicht zwischen den Geschlechtern, denn in Christus Jesus sind wir eine Einheit.

Damit ist nicht das große "Gleichmachen" gemeint, nicht jeder Konflikt, jeder Unterschied muss unter den Teppich gekehrt werden. Auch in unserer heutigen Gemeinde gibt es unterschiedliche Auffassungen, die manchmal unvereinbar scheinen. Gelegentlich ist es notwendig, klare Worte zu sprechen und für die Wahrheit einzustehen. aber in all dieser Unterschiedlichkeit muss uns bewusst sein, dass wir alle Kinder Gottes sind, Paulus sagt, dass wir allesamt einer sind in Christus Jesus

Klaus-Dieter Kriegeskorte