Wem von uns ist es nicht schon passiert, dass er mit bangem Herzen vor einer Tür steht, geklingelt hat und dann nicht weiß, wie er, wenn die Tür aufgeht, empfangen wird.

Ich kann mich an eine solche Situation sehr gut erinnern. Sie ging gut aus, der Mann kam mir sogar entgegen, ich wurde freundlich empfangen und aufgenommen.

Unsere neue Jahreslosung redet von einer solchen Situation. Jesus sagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

Eine große Zusage für alle, die bei ihm vor der Türe stehen! Und auch eine große Zusage, für alle, die schon lange vergessen oder verdrängt haben, dass er, Jesus sie eingeladen hat, mit ihm, bei ihm zu sein. Er will uns entgegen kommen und uns aufnehmen.

Jeder von uns sucht einen Halt im Leben, einen Orientierungspunkt, eine Heimat. Und wo suchen wir heute nicht alles? Überall werden uns Hilfen zur Selbstfindung, zur Selbstverwirklichung, das Glück im Leben zu finden, angeboten.

Wir greifen nach Methoden, Übungen und Religionen die uns oft fremd sind, viel Mühe und Kraft und oft auch Geld kosten, und finden doch nichts, was uns weiterbringt, Erfüllung schenkt.

Mit Jesus zu leben ist keine Methode, kein Weg, den wir selbst suchen müssen. ER ist der Weg. Seine Worte, sein Leben zeigen uns diesen Weg. Mit ihm finden wir ein erfülltes Leben, ein Leben in gegenseitiger Achtung und Liebe, im Frieden, ein Leben, das Sinn macht.

Wenn wir uns auf ihn einlassen, den Mut haben, den Weg mit ihm zu gehen, dann stehen wir vor der offenen Tür bei ihm. 

Und er hat uns versprochen, uns nicht zurück zu stoßen, wie es in einer anderen Übersetzung heißt, sondern uns aufzunehmen, mit uns diesen Weg zu gehen.

Etwas Mut braucht es, diesen Weg zu gehen. Aber wer ihn geht, wird erfahren dass er trägt, dass Jesus ihn begleitet und trägt, dass er uns zu einem sinnvollen und erfüllten Leben führt.

Karlheinz Zeeb

 

 

Wenn ich den Monatsspruch für Dezember lese, dann muss ich als Trompetenspieler unweigerlich an das Lied Tochter Zion denken. Ein Lied mit einer super Melodie und einem noch besseren Inhalt. Es erinnert mich an die Weihnachtszeit, an die Weihnachtsgottesdienste, das Christbaumsingen, die Weihnachtsfeiern, Lebkuchen, Punsch und vieles mehr- alles Dinge, dies es nur in dieser einmaligen Zeit gibt.

Manchmal geht uns aber ehrlichgesagt im Monat Dezember die Zeit aus. Wir möchten einkehren, ruhiger werden und uns auf die Geburt Jesu vorbereiten und in Realität werden die Termine mehr, der Stress im Beruf nimmt zu und die fröhliche Weihnachtsstimmung bleibt auf der Strecke. Das, was ich aber an unserem Glauben so stark finde, ist  der  Grund, das  Funda-

ment auf dem das alles stattfindet.

Die Advents- und Weihnachtszeit hat in erster Linie nicht etwas mit meiner Befindlichkeit zu tun. Ich muss nicht erst den Adventskranz anzünden und den Christbaum auf

stellen, dass es Weihnachten wird. NEIN, es ist gerade umgekehrt.

Der Prophet Sacharja spricht in diesem Monatsspruch in der der Befehlsform:

Freue dich und sei fröhlich! Ich komme und will bei dir wohnen! Gerade weil ich weiß, dass Jesus Christus zu mir kommt, deswegen wird für mich Weihnachten. Ein unglaubliches Wunder, über das ich jedes Jahr- eigentlich sogar jeden neuen Tag staunen darf. Gott wird Mensch und zeigt sich mir auf diese ganz besondere Art. Durch ihn bin ich wirklich beschenkt und in der Gemeinschaft mit ihm dürfen wir Jahr für Jahr ein echtes Freudenfest feiern.

Dein König kommt zu dir! Lasst uns das doch auch in dieser Weihnachtszeit wieder hinausposaunen! Ob mit Instrumenten, in Andachten, Gottesdiensten oder im persönlichen Gespräch – lasst uns diese tolle Nachricht einander weitersagen: „Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“

Gesegnete und fröhliche

Weihnachten wünsche ich euch! Euer

Seit über einem Jahr arbeite ich jetzt bereits im Home-Office. Die wenigen Male, als ich doch ins Büro gefahren bin, war außer mir kaum jemand da. Hat mich diese Zeit verändert? Ganz eindeutig: Ja!
Großveranstaltungen schrecken mich inzwischen ziemlich ab. Ich habe mich daran gewöhnt, morgens das Haus nicht zu verlassen, den ganzen Tag über bis zum Abend niemanden persönlich zu sehen.

Ich habe zum Glück trotz allem genügend Kontakte, um nicht zu vereinsamen.

Da ist meine Familie, die ich wenigstens am Abend um mich habe, ich habe den Kontakt zu Freunden nicht verloren und auch nach anfänglicher Skepsis mich an Telefon- und Videokonferenzen gewöhnt.

Aber nicht allen geht es so wie mir. Für viele sind in dieser Zeit die letzten Kontakte weggebrochen, Einsamkeit hat Einzug gehalten. Für manche hat die Pandemie existentielle Probleme geschaffen, sie haben ihre Arbeitsstelle verloren oder sie haben Mühe, wirtschaftlich an das Vorher anzuknüpfen. Manch einer hat auch körperlich unter Covid gelitten oder leidet noch immer.

Während am Anfang der Pandemie noch jeder hoffte, dass man bald zum gewohnten Alltag zurückkehren könne, hat jetzt vermutlich manch einer Angst davor.

Dieser Monatsspruch aus dem Hebräerbrief ermahnt uns, aufeinander achtzugeben. Dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber in Zeiten eingeschränkter Kontakte leider gar nicht so einfach.

Wahrscheinlich braucht es jetzt noch mehr Sensibilität für die kleinen Zeichen, die das Gegenüber aussendet. Wirkt jemand deutlich trauriger, als gewohnt oder lässt plötzlich gar nichts mehr von sich hören? Vielleicht hilft es, einmal mehr zu fragen, wie es einem geht, wenn man solche Zeichen wahrnimmt…  oder auch einfach nur so.

Klaus-Dieter Kriegeskorte

 

 

Jetzt im November begehen wir wieder die stilleren Tage.

Am Volkstrauertag denken wir an all das Leid, das Menschen anderen Menschen in den vielen Kriegen dieser Welt antun.

Am Buß- und Bettag werden wir daran erinnert, dass wir von der Barmherzigkeit Gottes leben und dass viele Dinge in dieser Welt ungerecht sind.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist dann der Ewigkeitssonntag, von vielen Menschen auch Totensonntag genannt. An diesem Sonntag besuchen viele Menschen die Gräber ihrer Angehörigen und bringen damit die Verbundenheit mit ihnen zum Ausdruck. Für uns Christen verbindet sich mit diesem Sonntag der Glaube, dass am Ende des Lebens nicht das Chaos oder das Nichts, sondern die Ewigkeit, die himmlische Heimat bei Gott steht.

Und dann beginnt ein neues Kirchenjahr, Advent, wir warten auf die Ankunft Jesu. Mit dem Kirchenjahr gehen wir jedes Jahr auf den Spuren Jesu. Wir bedenken seine Geschichte von der Ankündigung, Geburt bis zur seinem Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und den Empfang des Heiligen Geistes.

Die Geschichte Jesu ist für uns zur Heilsgeschichte geworden. In Jesus Christus zeigt sich die Liebe Gottes ganz konkret in einem Menschen. Wenn wir wissen wollen, wie Gottes Liebe aussieht, dann schauen wir doch einfach auf Jesus. Wenn wir uns fragen, wie Gott ist, dann sehen wir in Jesus Gottes barmherziges Handeln. Und wenn nun der Monatsspruch uns auffordert, unsere Herzen auf die Liebe Gottes zu rich-

ten, dann lenkt er damit unseren Blick auf Jesus Christus.

Die frühen Christen rechneten damit, dass Jesus noch zu ihren Lebzeiten wiederkommt und sie dann in die göttliche Heimat mitnehmen wird. Deshalb die Aufforderung, auf Jesus Christus zu warten. Die Enttäuschung muss groß gewesen sein, als die ersten Gemeindeglieder gestorben sind ohne dass Jesus wiedergekommen ist.

Und manchmal, wenn ich über unseren Friedhof in Kirchentellinsfurt gehe, versuche ich mir vorzustellen, wie es sein wird, wenn Jesus kommt und alle Gräber sich öffnen.

Aber dies ist und bleibt Gottes Geheimnis.

Wir dürfen aber wissen, der Tod hat nicht das letzte Wort, heute, morgen und in alle Ewigkeit nicht, trotz aller unserer Erfahrungen in dieser oft so friedlosen, von Gewalt geprägten Welt.

Gott hat in der Auferstehung Jesu deutlich gemacht, seine Liebe ist stärker, als aller Hass dieser Welt. Und mit der Kraft seines Heiligen Geistes dürfen wir mitarbeiten, gerade auch im CVJM, dass Gottes Liebe weite Kreise zieht, über unser Leben hinaus zu den Kindern und Jugendlichen bis an die Ränder unserer Gesellschaft.

Deshalb richtet Eure Herzen auf die Liebe Gottes,  denn sie   ist unser Trost  und Hoff-

nung, bis Jesus wiederkommt.

Einen gesegneten Monat November

wünscht

Ihr / Euer Karl-Heinz Thurm

 

 

 

 

Muss man Gott wirklich bitten, dass er hinhört und hinsieht? Sieht und hört Gott nicht eh schon alles, wenn er denn der allmächtige und allwissende Gott ist?

Müssen wir Gott wirklich zeigen und erklären was Inzidenz, Reproduktionszahl, Anzahl der Neuinfektionen pro Tag, Sterbefälle, freie Intensivbetten und Impfquote bedeutet?

Oder etwa exponentielles Wachstum, Impfbefürworter und Coronaleugner. Lockdown und Lockerung. Home-office und Insolvenzwelle. Und müssen wir Gott wirklich erklären, dass politische Aussagen von denen wir dachten, dass sie vor dem Hintergrund unserer Geschichte einen lauten Sturm der Entrüstung auslösen würden, in unserem Land wieder

salonfähig werden.

Vielleicht müssen wir einmal inne halten und uns darauf konzentrieren was jeder von uns jeden Tag beeinflussen kann.

Folgende Geschichte fällt mir dazu ein:

Ein Mann durchquert die Vereinigten Staaten zu Fuß. Irgendwo an der Ostküste bricht er auf.

Er wandert über die bewaldeten Berghänge der Appalachen, durchläuft die Weiten des Mittleren Westens. Auf langen, geraden Straßen, umgeben von endlosen Maisfeldern.

Er erträgt die sengende Hitze der Wüste Nevadas, kämpft sich auf ausgetretenen Pfaden über die Rocky Mountains und durch die dichtbesiedelten Städte Kaliforniens. Endlich am Pazifik angekommen fragt ihn ein Reporter, was denn das Schwierigste und Kräftezehrendste an seiner Wanderung war. Die hohen Berge? Die Hitze?

Die kalten Nächte, die lange Einsamkeit, der schwere Rucksack? Gefährliche Tiere?

Der Mann antwortet schnell:

„Am anstrengendsten  war  der  Sand

in den Schuhen.“

Sand in den Schuhen – was für eine Kleinigkeit, verglichen mit den Hindernissen, die dieser Mann überwunden hat. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Oft ist es doch wirklich der Sand  in  den  Schuhen,  der  das

Leben anstrengend macht.

Ein freundliches Wort – auch das ist nichts Großes, sondern eine Kleinigkeit. Aber es macht das Leben leicht. Genauso wie ein Blumenstrauß, ein Anruf, ein Stück Kuchen, das freundliche „Gut gemacht“, die Einladung zum Kaffee.

Alles keine großen Taten, alles nur Kleinigkeiten. Aber allesamt schütteln sie uns den Sand aus den Schuhen, der den Alltag so anstrengend und kräftezehrend macht. Allesamt lassen sie uns leicht und fröhlich laufen, so dass wir Kraft und Nerven für die wirklichen Herausforderungen haben.

David Nerz