Ein Vermächtnis

„Ich bin stolz auf Dich“, sagt der Vater auf dem Sterbebett zu Andi, seinem Sohn. „Du hast mein Leben reich gemacht“, betont der Ehemann seiner Frau Hilde gegenüber in seinen letzten Tagen immer wieder.

Der Sohn hat die Worte täglich im Ohr, die sein Vater ihm noch gesagt hat. Für die Witwe wird der Satz ihres Mannes in ihrer Trauer zur Kraftquelle.

Wertvolle Vermächtnisse haben die beiden bekommen. Für sie viel bedeutsamer als eine teure Uhr, ein wertvolles Grundstück oder Geld.

Jesus macht seinen Freunden in seinen letzten Tagen (mit der Besonderheit, dass Jesu letzte Tage nach seinem Tod, nach seiner Auferstehung und kurz bevor er sie wieder verlässt, stattfinden) auch ein Vermächtnis: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“, verspricht er ihnen. Er will den Leuten, die ihn schrecklich vermissen werden, Trost und Hoffnung mit auf den Weg geben. Mit diesem Vermächtnis endet das Matthäusevange-

lium. Das Schlusswort ist gesprochen.

„Der ständige Begleiter“

„Wäre Papa jetzt auch noch stolz auf mich?“, in letzter Zeit fragt sich Andi das immer öfter, und das kann ihn ganz schön unter Druck setzen. „Ich hätte sein Leben aber noch viel reicher machen können, oft hab ich es ihm auch echt schwer gemacht“, überlegt sich Hilde in den Monaten nach dem Tod ihres Mannes und wird darüber traurig.

So können die Vermächtnisse auch zur Belastung werden. Und wie ist das bei dem Vermächtnis von Jesus?

„Ich bin bei euch alle Tage“ – Claudia Schreiber, streng christlich erzogen, beschreibt in ihrem Roman „Ihr ständiger Begleiter“, was es anrichten kann, wenn Gott als ständiger Begleiter nicht mehr los zu werden ist: wenn Gott nicht nur als Beschützer und Tröster da ist, sondern als jemand, der unaufhörlich ins eigene Leben eingreift, der Vorschriften macht, zum Spielverderber und zum ständig kontrollierenden Auge wird.

Ich verstehe gut, dass man nicht ständig beäugt werden will. Dass es Zonen braucht, in denen wir absolut ungestört und ungesehen sind. Dass es Gedanken und Erlebnisse gibt, von denen niemand etwas wissen soll. Nicht erst in Zeiten von Facebook und Co ist  es  wichtig, die Pri-

vatsphäre geschützt zu wissen.

Eine Hülle aus Liebe und Wärme

Ist dieses Vermächtnis von Jesus also mehr Zumutung als Zusage? So wie Jesus in der Bibel beschrieben ist, läge es ihm fern als unangenehmer Begleiter zu gelten. Jesus ist keiner, der immer alles besser weiß, keiner, der moralisch unter Druck setzt, Hasskommentare abgibt und verhöhnt, keiner, der uns mit erhobenem Zeigefinger und einem „tststs“ auf den Lippen argwöhnisch beobachtet.

Jesus ist leidenschaftlich, aber eben leidenschaftlich FÜR den Menschen. Er ist der, der zu der Frau steht, die von allen verachtet wird. Der, der sich mit denen abgibt, für die alle nur einen abwertenden Blick übrig haben. Der, der auf die zugeht, die anderen Angst einflößen. Der, der immer wieder überrascht mit seiner radikalen Menschenfreundlichkeit. So was sind wir vielleicht einfach nicht gewöhnt. So gesehen finde ich es aber eine schöne Vorstellung, dass Jesus alle Tage bei uns ist, mit übermenschlicher Liebe für uns, die wir so radikal, so bedingungslos und so leidenschaftlich vielleicht sonst gar nicht kennen. Wie eine Hülle aus lauter Wärme und Liebe, die nicht zerstört werden kann, so stelle ich mir Jesus vor,

der alle Tage bei uns ist.

Ihre/ Eure Cordula Modrack

 

Wenn man in der Reutlinger Fußgängerzone die Menschen fragen würde: „Was ist das Wichtigste für Sie im Leben?“, dann würden wahrscheinlich einige sagen: „Mein Ehepartner“ oder „Meine Familie“, vielleicht auch „Gesundheit“, „Glück“ oder „glücklich sein“. Jüngere Menschen würden vielleicht sagen „ein guter Schulabschluss“ oder „ein Beruf, der mich ausfüllt“. Wiederum einige würden wohl sagen „Dass der VfB nicht absteigt!“. Die Beantwortung dieser Frage ist offensichtlich nicht einfach und auch nicht eindeutig und scheint sich im Laufe des Lebens auch zu verändern, je nachdem, in welcher Lebensphase man

sich gerade befindet.

Ich würde nicht viel Geld darauf setzen, dass irgendjemand die Frage mit „Gott“ beantworten würde, außer es käme vielleicht Martin Luther vorbei. Der hat in seinem Katechismus nämlich den Satz geschrieben „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“.   Dieser Satz  ist  dem Monats-

spruch sehr ähnlich.

Es geht dabei um die Frage, was mir in meinem Leben wichtig ist, also woran ich mein Herz hänge bzw. wo ich mit ganzem Herzen dabei bin, was für mich die erste Priorität besitzt. Für die Menschen zur Zeit des Richters Samuel im Alten Testament war diese Frage eigentlich ausreichend beantwortet.

Sie hatten mit den 10 Geboten eine Übersicht über die wichtigsten Regeln menschlichen Zusammenlebens erhalten. Diese Übersicht beginnt mit der Aussage „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

Oder anders ausgedrückt: „Gott sagt zu mir: Ich bin deine Nummer 1. Das reicht.“ Doch wie ja bekannt ist, hielten sich die Israeliten nur bedingt an diese Regel und tanzten schon bald ums goldene Kalb. In der Bibel tauchen immer wieder Geschichten auf, die davon erzählen, wie Menschen ihre Prioritäten neu setzen und Gott

dadurch von Platz 1 verdrängt wird.

Zurzeit Samuels war das ebenfalls so, und daher erinnert er seine Mitmenschen an die wahre Priorität: „Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu.“ Also setzt Gott wieder auf Platz 1 eurer Prioritätenliste. Das bedeutet nicht, dass wir alles andere aufgeben sollen oder müssen. Im Leben dürfen auch Liebe, Glück, Beruf, Familie, Freude und sogar Fußball ihren Platz haben, aber eben nicht den ersten. Denn der ist für Gott reserviert. Wenn wir unser Leben an seinen Maßstäben ausrichten (also ihm dienen), dann wird das nicht nur auf unser jetziges Leben Auswirkungen haben, sondern auch auf unser zukünftiges im Himmel.

Martin Sautter

Wenn wir an Weihnachten denken, was empfinden wir da?

Freuen wir uns auf Ferien und freie Tage? Machen wir uns Gedanken, was schenken wir unseren Lieben – oder fürchten wir uns vor dem Stress in der Vorweihnachtszeit – oder haben wir Angst vor den Feiertagen?

Oder sehen wir Weihnachten als große Konsumschlacht?

Nichts von dem ist Gottes Absicht!

Mit Weihnachten, mit der Geburt seines Sohnes, mit dem Kommen des Heilandes der Welt will Gott uns nichts als Freude machen.

Die Weisen aus dem Morgenland hatten anhand der Sterne errechnet, dass in Juda ein neuer, großer König geboren wird. Ein heller Stern zeigte es ihnen an. Die Bibel berichtet, dass sie diesem Stern folgten und er sie in das Königreich Juda führte.

Und nachdem sie in Jerusalem im Palast des Königs Herodes erfahren hatten, dass dieser große König, der von den Juden erwartete Messias, in Bethlehem geboren werden soll, brachen sie dorthin auf – und als sie dann dort in Bethlehem den Stern wieder sahen, hatten sie große Freude.

Dieser Stern ist für uns das Zeichen der Geburt Jesu, das Zeichen für Gottes Nähe zu uns. Mit ihm kam Gott in Jesus zu uns um unter uns zu wohnen und zu bleiben.

Das feiern wir an Weihnachten jedes Jahr wieder neu und das ist

der Grund für die große Freude!

Karlheinz Zeeb

nachzulesen in der Bibel

Matthäus 2, 1-12

 

 

 

 

 

 

 

Die Offenbarung, das letzte Buch der Bibel und im Neuen Testament, ist etwas ganz besonderes. Dieses Buch beschreibt nämlich nicht wie die anderen biblischen Bücher was gewesen ist, sondern sie wirft den Blick auf das, was noch kommt. Die Offenbarung des Johannes schaut in die Zukunft und bringt himmlisches Licht in unsere oft so dunkle Welt. Es ist ein Buch des Trostes, der Hoffnung und Ermutigung für uns wie für die ersten Christen, die in einer schwierigen und gefährlichen Situation lebten. Wahrscheinlich entstand dieses Buch am Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus und zwar verfasst vom Seher Johannes, der von den römischen Behörden auf die Insel Patmos, an die Westküste Kleinasiens, verbannt wurde. Johannes sieht, wie trotz aller Bedrohungen und Gefahren, die die Gemeinde Jesu erleiden muss, das Böse nicht endgültig siegt, sondern dass Gottes Macht in Jesus Christus stärker ist als alle Macht der Tyrannen, Despoten und Zerstörer dieser Welt. Deshalb sagt uns dieses Buch: Alle Weltreiche, alle Herrscher dieser Erde kommen und gehen, Jesus Christus aber ist der König, der bleibt in Ewigkeit. In Jesus Christus ist Gott schon heute mit uns unterwegs, wir müssen nur die Augen für ihn öffnen. Doch unterwegs sein mit Gott heißt auch, wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns entgegen kommt. Wir gehen nicht auf dem Abgrund zu, sondern wir laufen in Gottes Arme, wie Kinder in die Arme ihres Vaters.

Der Seher Johannes sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde, er sieht das neue Jerusalem, das vom Himmel kommt. Jerusalem, das Zentrum der jüdischen Religion, wo Gottes Haus stand, der Tempel, der Ort, an dem Gott angebetet wurde, ist kurz zuvor von den Römern in Schutt und Asche gelegt worden. Jetzt sieht der Seher die neue Stadt Jerusalem, geschmückt wie eine Braut für ihren Mann. Was für ein wunderbares Bild dafür, wie sich bei Gott alles zusammenfügt.  Jesus ist der neue König David, dem Gott das himmlische Jerusalem wie eine geschmückte Braut bereitet. König David hatte Jerusalem einst von den Jebusitern erobert, als er noch nicht König war, sie war also sein Privatbesitz, und deshalb nennt  man sie auch Davidsstadt. Nun wird das neue Jerusalem zur Hauptstadt Gottes, die niemand mehr zerstören kann. Wer an Gott glaubt, der sieht die Geschichte vom Ende her. Am Ende unseres Lebens steht nicht die Zerstörung oder das Chaos, sondern die Liebe Gottes. Wer vom Ende her sieht, dessen Blick richtet sich auf den Gott, der alle Tränen abwischt und wo es kein Leid, Sterben und Tod mehr geben wird. Was für eine Verheißung für den Monat November, wo besonders an Tod und Trauer gedacht wird.

Diesen Trost und Hoffnung, den die Welt nicht geben kann, wünsche ich Ihnen und Euch von Herzen

Ihr / Euer Karl-Heinz Thurm

 

 

 

„All you need is love“ so sangen einst die Beatles. Alles, was du brauchst, ist Liebe. Wie recht sie doch hatten. Aber was ist eigentlich Liebe? Wenn zwei Menschen sich lieben, dann stimmt die Chemie – so sagt der Volksmund. Und in der Tat ist Liebe zunächst einmal ein ganz profaner biochemischer Prozess, der unseren Körper dazu bringt, Schmetterlinge im Bauch zu fühlen, glücklich zu sein und den angebeteten Partner

durch eine rosarote Brille zu sehen.

Ist das die Liebe, die unser Monatsspruch meint? Nein, bei weitem nicht. Unser Monatsspruch fasst den Lie-

besbegriff viel weiter.

Liebe heißt, dem anderen genügend Freiraum zu lassen.

Liebe heißt, geduldig mit dem anderen zu sein.

Liebe heißt, seine Bedürfnisse zurückzustellen.

Liebe heißt, zu erkennen, dass man gemeinsam stärker ist.

Liebe heißt, sich zu entschuldigen, wenn man den anderen verletzt hat.

Liebe heißt, auch schwierige Phasen gemeinsam durchzustehen.

Liebe heißt, dem anderen zuliebe auf etwas zu verzichten.

Liebe heißt, dem anderen zu verge-

ben.

Diese – nach menschlichen Maßstäben erstellte – Liste ließe sich noch endlos fortsetzen und zeigt, wie schwer es ist, Liebe zu definieren. Aber die Lösung für das Liebesrätsel im Monatsspruch ist eigentlich viel

einfacher:

Die Liebe Gottes zu den Menschen zeigt sich dadurch, dass er seinen einzigen Sohn opferte, um uns damit ein neues Leben zu ermöglichen und uns von unserer Schuld, die wir uns tagtäglich aufladen, frei zu machen. Wenn wir das glauben und verinnerlichen und unser Leben danach ausrichten, dann gilt die Zusage Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20) Nicht nur bis an mein Lebensende gilt dieser Satz, sondern darüber hinaus.

Wenn ich mich auf die Liebe Gottes einlasse, dann verspricht er mir dafür ewige Verbundenheit. Als Hilfestellung hat uns Jesus das Doppelgebot der Liebe gegeben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matthäus 22,37-39)

Eine bessere Zusammenfassung als die folgende aus dem Johannesevangelium gibt es zu diesem Thema nicht: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

(Johannes 3,16)

Martin Sautter

 

 

„Ich habe Frieden gefunden!“ Wie schön, wenn das einer so sagen kann! Frieden ist ein Schatz für Leib, Seele und Geist. „Suche Frieden und jage ihm nach!“ ruft uns die Jahreslosung zu. Wieso suchen und  nachjagen? Das klingt anstrengend. Ist Frieden denn nicht einfach da? 

Wortfetzen fliegen durch die Luft. Türen knallen. Ein ganz normales Wohnhaus. -

Ein Schüler schreit den anderen an. Der andere schlägt zu. Ein ganz normaler Schulhof in der Pause. -

Die eine knallt den anderen ab. Ein ganz normaler Kinofilm.-

„Krieg ist manchmal unvermeidlich.“ Eine ganz normaler politischer Kommentar.

Offenbar versteht Frieden sich nicht von selbst. Er liegt versteckt hinter dem, was oft als normal gilt.

Kinder wurden aufgefordert, ein leeres Blatt in der Mitte zu falten. Links sollten sie malen, was ihnen zu „Krieg“ einfällt. Und rechts, woran sie denken, wenn sie „Frieden“ hören. Die linken Blattseiten waren schnell gefüllt. Aber rechts? Ein Kind malte nochmal das Gleiche wie links und strich alles mit einem großen X durch. Bei Etlichen blieb das Blatt leer. Ein Kind malte ein Haus mit Fenstern und Blumen und einem Baum, aus dem Schornstein qualmte es. „Du malst wie im Kindergarten“, kommentierte sein Nachbar.

Ist friedliches Leben langweilig – und eher was für Looser?

Unsere Jahreslosung stellt Frieden vor als einen Schatz, der gesucht werden muss.

„Juhu, Schatzsuche!“ rufen die Kinder beim Kindergeburtstag – und schon jagen sie los. Wo gibt es Spuren zum Schatz?

Jesus hat Spuren zum Frieden gelegt. „Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, halte ihm auch die linke hin,“ sagt er in der Bergpredigt (Mt 5,39). Wer ein Gegenüber rechtshändig auf die rechte Backe schlägt, muss das mit den Handrücken machen. Mit dem Handrücken schlugen Sklavenhalter ihre Sklaven. Der Handrückenschlag markierte eine Demütigung. Und jetzt hält da einer plötzlich die linke Backe hin, nachdem er einen Schlag auf die rechte Backe bekommen hat. Was ist denn das? Die Verwirrung steht dem Schlagenden ins Gesicht geschrieben. Wenn er jetzt erneut mit der rechten Hand zum Schlag ausholt, muss er es mit der Handfläche tun. Doch das wäre in der damaligen Logik ein Schlag auf Augenhöhe. Die Person, die die linke Backe hinhält, markiert also dem Gegenüber: wir beide stehen auf Augenhöhe – das kannst du mir nicht nehmen! - Vielleicht wendet der Schläger sich daraufhin verwirrt ab – und die Gewalt ist unterbrochen?

Ein zweites Wort der Bergpredigt: „Wenn dich einer bittet, eine Meile mit ihm zu gehen, gehe mit ihm zwei.“ (Mt 5,41). Zur Zeit Jesu hatten römische Soldaten das Recht, jemanden aufzufordern, ihr Gepäck eine Meile weit zu tragen. Doch nur eine Meile – wenn ein Soldat mehr verlangte, konnten sich die Betroffenen bei der Behörde beschweren und der Soldat wurde belangt. Was aber tut ein Soldat, wenn ein Träger nach einer Meile sagt: „Ich trage dein Gepäck noch eine zweite Meile!“? Auch hier geschieht etwas, was wir neudeutsch „Reframing“ nennen: Der Träger tut so, als würde er den Soldatenrucksack freiwillig tragen. Ich stelle mir vor, wie der Soldat den Rucksack an sich reißt und schnell wegläuft. Die Verhältnisse haben sich verkehrt: Plötzlich stellt der Unterdrückte eigene Spielregeln auf.

In beiden Fällen wird es spannend – wie beim Kindergeburtstag. Finden die beiden in den Frieden? So, dass beide als kostbare, von Gott geliebte Menschen aufrecht ihres Weges ziehen? Der erste Schritt ist getan.

Friedenssuche ist voller Lebensenergie. Ich bin gespannt, welche Bilder wir malen werden, wenn wir in diesem Jahr den Frieden suchen und ihm nachjagen.

Ihre Pfarrerin Dr. Susanne Edel

 

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-qformat:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri","sans-serif"; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; mso-fareast-theme-font:minor-fareast; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi;}

Das wichtigste Spiel im Vereinsfußball war beendet. Der FC Barcelona hat das Champions League Finale am 6. Juni 2015 gegen Juventus Turin gewonnen. Mitten in dieser emotionalen Partylaune, mittendrin im hochoptimierten kommerziellen Fußballgeschäft, zwischen italienischer Niedergeschlagenheit und spanischem Siegestaumel – mitten im Blitzlichtgewitter plötzlich ein klares Bekenntnis für Gott.

Einer der besten Fußballspieler der Welt, Neymar streckt den Pokal nach oben und weist doch über sein unglaubliches fußballerisches Können hinaus. Neymar steht im Mittelpunkt – doch stellt er jemand anderes über sich, über sein Talent, über den Erfolg. „100% Jesus“, so steht es auf seinem weißen Stirnband.

Das ist ein starkes Zeichen in heutiger Zeit. Ein persönliches Glaubensbekenntnis. Kurz und doch mit lebensbezogener Tiefe. Woran glaube ich? Aus welcher Hoffnung lebe ich? Woraus schöpfe ich Stärke? In der Sportwelt, meinem Arbeitsleben, in Beziehungen, im Erfolg, in der Niederlage, Neymars Stirnbandbotschaft ist ein Lied seiner persönlichen Biographie. Ein Lied für Gott, den Schöpfer, den Retter, den Begleiter. Gott, der Herr, ist mein Lied? Mit Liedern verbinden wir in der Regel etwas Positives. Oft singen wir, weil wir gut gelaunt sind. Dann erfreuen wir uns an unserem Leben und es fällt uns leicht, Gott zu danken und zu loben. Als Spitzensportler glaubt Neymar sicher auch an sich, seine Fähigkeiten, ans Team – aber dabei bleibt er nicht. Wird er auch ein Vorbild für uns?

„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden“ stammt aus der Zeit der Flucht  aus Ägypten. Nun erleben wir im Normalfall keinen Durchzug durchs Schilfmeer. Aber es kommt doch bei vielen Menschen immer wieder zu Situationen im Leben, die sie völlig aus der Bahn werfen und keine gute Perspektive zulassen. Dann ist es wichtig zu wissen, dass wir nicht allein sind auf dem Weg durch das Leben, durch eine Krise. Es ist gut zu wissen, dass der Gott, der Israel geführt hat, auch bei uns ist. Jesus Christus hat das in eindrücklicher Weise gezeigt und es uns zugesagt: Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Wenn wir uns darauf verlassen, dann werden auch wir sagen können: Gott ist mir zum Retter geworden. Durch ihn bin ich stark und ich kann davon ein Lied singen.

Oder eben so wie es auf Neymars Stirnband stand „100% Jesus.“

David Nerz