Abendsegen am Mittwoch, 24. Mai nach dem Abend der Begegnung vor dem Gendarmenmarkt in Berlin

 

Feierabendmahl am Freitagabend vor der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße in Berlin

Kirchentag in Berlin

Seit Jahren bin ich beim Kirchentag dabei.

Immer am Freitagabend wird in den Gemeinden, in denen der Kirchentag ist, zum Feierabendmahl eingeladen. Diesmal war ich an der „Kapelle der Versöhnung“. Ein besonderer Ort. Sie steht auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer und wurde aus Lehm und Ziegelresten der an dieser Stelle stehenden Versöhnungskirche gebaut. Die alte Kirche wurde1985 gesprengt.

Heute ist  an diesem Platz eine Gedenkstätte und in der Kapelle sind die Gottesdienste der Versöhnungsgemeinde.

Mit so vielen Gästen beim Feierabendmahl an diesem Platz hatte ich nicht gerechnet.

 

Bestimmt nahmen hier 500 oder mehr Gäste am Gottesdienst teil. Der Predigttext wurde von jungen Leuten vorgetragen. Mose steigt mit den Ältesten des Volkes auf den Berg Sinai und dort schauten sie Gott – und aßen und tranken.

Auch wir feierten bei diesem Gottesdienst und aßen und tranken – Brot und Wein – wie es Jesus uns gelehrt hat.

Für mich bedeutet der Kirchentag das, was dieser Text beschreibt. Er ist ein Höhepunkt im Zeitlauf der Jahre. Vier Tage lang darf ich nichts anderes tun als mit anderen zusammen Gottesdienst feiern und Fragen der Zeit im Lichte des Evangeliums besprechen. Kann  es   etwas  Schöneres  und Wichtigeres im Leben geben?

Karlheinz Zeeb

Schlußgottesdienst mit Abendmahl am Sonntag in Wittenberg auf den Elbwiesen

 

 

 

 

 

 

Meine erste Reaktion, als ich den Monatsspruch gelesen habe, lautete: Warum eigentlich? Wieso muss ich Gott mehr gehorchen als den Menschen? Warum soll ich einem abstrakten Wesen, das ich nicht sehen und nicht anfassen kann, mehr gehorchen als einem menschlichen Wesen, einem Gegenüber?

 

Bei genauerer Betrachtung fielen mir dann die beiden Verben in dem Vers auf. Müssen und gehorchen. Das sind zwei unbequeme Wörter. Müssen und gehorchen sind bei uns als freiheitsliebende, aufgeklärte Menschen des 21. Jahrhunderts extrem verpönt. Ist also der Glaube an Gott doch auf Zwang und Druck aufgebaut, was viele glaubensferne Menschen am Christentum stört?

 

Der auf den ersten Blick so einfach daherkommende Vers wird auf einmal ganz sperrig. Er passt nicht in unseren Zeitgeist. Er fordert uns heraus. Er verlangt eine Reaktion unsererseits. Er ist kein Kuschel- und Wohlfühlvers. Ist es also doch eine Drohbotschaft im Sinne von du musst, du musst, du musst?

 

Es geht aus meiner Sicht bei diesem Vers letztendlich um die Fragen „Was bleibt?“ und „Was zählt wirklich im

 

Leben?“. Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Fragen heißt Jesus Christus. Er hat uns gezeigt, warum es wichtig ist, sich mehr auf Gott zu verlassen als auf Menschen. Sein Leben und Handeln war stets an göttlichen Maßstäben ausgerichtet, weil unsere menschlichen Maßstäbe zu kurz greifen und nicht tragfähig sind.

 

Es ist zwar allzu menschlich, sich als Mensch auf menschliche Maßstäbe zu verlassen, weil wir ja nichts anderes kennen. Aber Jesus hat uns gelehrt, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, dass da noch was kommt und dass es sich lohnt, sich bereits jetzt auf diese göttliche Welt vorzubereiten. Denn das ist unser wahrer Bestimmungsort, dort sind wir wirklich zu Hause.

 

In dem Wort „gehorchen“ steckt ja auch das Horchen, also das Hören drin. Wenn wir also Gott gehorchen, dann horchen wir auf sein Wort und gehören zu ihm. So verstanden ist der Monatsspruch kein Zwang, sondern die Einladung zur Freiheit im ewigen Leben. Also doch eine Frohbotschaft! Gott sei Dank.

Martin Sautter

 

 

 

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Das wichtigste Spiel im Vereinsfußball war beendet. Der FC Barcelona hat das Champions League Finale am 6. Juni 2015 gegen Juventus Turin gewonnen. Mitten in dieser emotionalen Partylaune, mittendrin im hochoptimierten kommerziellen Fußballgeschäft, zwischen italienischer Niedergeschlagenheit und spanischem Siegestaumel – mitten im Blitzlichtgewitter plötzlich ein klares Bekenntnis für Gott.

Einer der besten Fußballspieler der Welt, Neymar streckt den Pokal nach oben und weist doch über sein unglaubliches fußballerisches Können hinaus. Neymar steht im Mittelpunkt – doch stellt er jemand anderes über sich, über sein Talent, über den Erfolg. „100% Jesus“, so steht es auf seinem weißen Stirnband.

Das ist ein starkes Zeichen in heutiger Zeit. Ein persönliches Glaubensbekenntnis. Kurz und doch mit lebensbezogener Tiefe. Woran glaube ich? Aus welcher Hoffnung lebe ich? Woraus schöpfe ich Stärke? In der Sportwelt, meinem Arbeitsleben, in Beziehungen, im Erfolg, in der Niederlage, Neymars Stirnbandbotschaft ist ein Lied seiner persönlichen Biographie. Ein Lied für Gott, den Schöpfer, den Retter, den Begleiter. Gott, der Herr, ist mein Lied? Mit Liedern verbinden wir in der Regel etwas Positives. Oft singen wir, weil wir gut gelaunt sind. Dann erfreuen wir uns an unserem Leben und es fällt uns leicht, Gott zu danken und zu loben. Als Spitzensportler glaubt Neymar sicher auch an sich, seine Fähigkeiten, ans Team – aber dabei bleibt er nicht. Wird er auch ein Vorbild für uns?

„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden“ stammt aus der Zeit der Flucht  aus Ägypten. Nun erleben wir im Normalfall keinen Durchzug durchs Schilfmeer. Aber es kommt doch bei vielen Menschen immer wieder zu Situationen im Leben, die sie völlig aus der Bahn werfen und keine gute Perspektive zulassen. Dann ist es wichtig zu wissen, dass wir nicht allein sind auf dem Weg durch das Leben, durch eine Krise. Es ist gut zu wissen, dass der Gott, der Israel geführt hat, auch bei uns ist. Jesus Christus hat das in eindrücklicher Weise gezeigt und es uns zugesagt: Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Wenn wir uns darauf verlassen, dann werden auch wir sagen können: Gott ist mir zum Retter geworden. Durch ihn bin ich stark und ich kann davon ein Lied singen.

Oder eben so wie es auf Neymars Stirnband stand „100% Jesus.“

David Nerz

 

 

 

FRAGE UND ANTWORT

Nehmen wir an, ein fremder Mensch kommt mit einer Frage auf dich zu, er möchte etwas von dir, von deinem Glauben oder von deinem Lebensstil erfahren … wie reagierst du? Lässt du ihn abblitzen? Gehst du der Frage aus dem Weg? Oder wendest du dich ihm freundlich zu und versuchst Antwort zu geben?

In dem Monatsspruch geht es genau um diese Situation. Zumindest wenn wir auch den zweiten Teil des Bibelverses in den Blick nehmen: „Eure Rede sei allzeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.“ Das war damals eine wichtige Mahnung für die Christen in der Stadt Kolossä. Vermutlich weil viele Menschen in der Stadt wohnten, oder durch den Handel vorbei kamen, die keine Christen waren.

Auch wir sind heute in einer ganz ähnlichen Situation. Oftmals begegnen wir in unserem Alltag Menschen, die Gott nicht kennen, die keine Christen sind. Wenn wir uns auf diesen Ratschlag von Paulus einlassen, dann müssen auch wir uns auf diese

 

Begegnungen vorbereiten. Es sollte uns ein inneres Anliegen sein, dass wir bereit sind allen Menschen gegenüber eine Antwort zu geben.

Diese Antwort wird von Paulus im Monatsspruch konkretisiert: wenn wir die Gelegenheit haben mit anderen Menschen über unseren Glauben ins Gespräch zu kommen, dann soll das freundlich sein. Paulus meint damit durchdrungen von der Gnade, die Gott uns schenkt. Durchdrungen von der besten Botschaft, die es für alle Menschen gibt: in Jesus Christus haben wir einen an unserer Seite, der uns freundlich gesinnt ist, der unser Leben bereichert und uns einen Weg weist aus der Sünde hin zur Ewigkeit.

Was könnte unser Leben besser würzen und schmackhafter machen als diese Botschaft und Gewissheit? Packen wir es an und nutzen die Chancen, die uns Gott bietet, um freundlich und mit Salz gewürzt über unseren Glauben zu

sprechen!

Daniel Rempfer

(Bezirksjugendreferent ejt)

 

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jahreslosung 2016: Jesaja 66, 17

Ein neues Jahr hat begonnen. Was wird es uns wohl bringen? Was erwarten wir von ihm, was befürchten wir? Bevor wir uns daran machen, die Chancen und Risiken der kommenden Monate abzuwägen, könnte es hilfreich sein, erst mal auf unsere eigene Stimmung zu achten. Wie gehe ich in das neue Jahr? Welche Angst und welche Sorge, welche Hoffnung erfüllt mich? Ist es bei mir etwa wie bei jenem Mann auf der Zeichnung. Sein mürrisches und griesgrämiges Gesicht spricht deutlich davon, dass er eben nichts Schönes und Gutes erwartet. Und wer nichts Schönes und Gutes erwartet und erhofft, der wird auch nichts anderes erfahren. Wer in Bitterkeit auf das neue Jahr schaut, wird auch Bitteres darin finden. Und so verstehe ich auch die Worte der Frau neben ihm: Das neue Jahr wird so wie du. Bin ich also wirklich offen für das neue Jahr? Kann ich Erfahrungen auch zurücklassen, um wieder neu zu wagen, was zum Leben gehört: Vertrauen nämlich. Wir erkennen Gott nur, wenn wir uns auf ihn einlassen, wenn wir ihn voll Vertrauen erwarten.

So ist es auch mit dem Trost, von dem die Jahreslosung spricht. Was man zu erleben hofft, das muss man auch erwarten und erhoffen. Gott tröstet uns – auf vielerlei Weise: durch sein Wort und Sakrament, durch freundliche und zugetane Menschen, durch Lieder und Musik, durch Bilder, durch wie überall hingetupfte kleine Zeichen also. Sie erscheinen uns nicht immer eindeutig. Sie sind aber alle Gottes Trost. Die Mutter oder der Vater, die trösten, brennen dabei auch selten riesige Feuerwerke ab, sondern nehmen uns in den Arm, streicheln behutsam über den Schmerz, kochen oder lesen etwas vor. Und verschaffen so etwas Abstand zum Unheil.

Von der Mutter und dem Vater erwarten wir es. Wir laufen zu ihnen hin, weil wir des Trostes bedürftig sind. So wünscht es sich auch Gott, denke ich mir: dass wir mit unserem inneren Kind uns ihm öffnen und von ihm erwarten, was wir brauchen, nämlich Trost. Und dann kann es gut werden, das neue Jahr. Dann kann es werden, was ich für möglich halte. Dann kann es werden, wie ich aussehe.

Michael Odenwald