Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Hesekiel 37,27

Hast Du einen Herzenswunsch? Wer hat den nicht? Über seine Wünsche darf man träumen.

Sich vorstellen, was wäre wenn…

Kannst Du Dir vorstellen, dass auch Gott einen Herzenswunsch hat?

Wir kennen ihn. Er hat ihn oft sagen und in der Bibel dokumentieren lassen.

Es ist unser Monatsspruch! Gott will ganz nah bei uns sein – er will, dass wir ganz nah bei ihm sind.

17 Mal fand ich dieses Wort im Alten Testament, diesen Satz gebnau so wie der Monaatsspruch,

nur manchmal etwas abgewandelt.

Schon vom Paradies ist uns berichtet, dass Gott bei den  Menschen war und mit ihnen im Garten „wandelte“..

Er erwählte sich Abraham als seinen Freund um aus ihm ein ihm nahes Volk wachsen zu lassen.

Er ließ dann dieses Volk durch Mose und Josua in das verheißende Land bringen.

Und durch viele Propheten ließ er diesem, seinem Volk immer wieder sagen:

Und ihr sollt  mein  Volk  sein,  und ich will euer Gott sein.

Sein Volk hat es sich nicht sagen lassen. Immer wieder entfernte es sich von ihm.

Bis er, der große Gott, seinen Sohn sandte, damit er in ihm den Manschen ganz naghe ist.

Indem Jesus die Not und Angst der Menschen aufnahm.

So sehr  hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht  verloren werden,  sondern das ewige Leben haben (Joh.3,16).

Wir können uns fragen, warum will Gott uns nahe sein? Das obige Wort aus dem  Johannes-Evangelium 

gibt uns die Antwort: Weil Gott uns liebt!

Das ist es, was ihn dazu bringt, dass er uns nahe sein will und er will, dass wir ihm nahe sind.

Das Gegenteil von Herzenswünschen und Träumen sind unsere Sorgen und Ängste.

Die will er uns mit seiner Nähe nehmen.

Was kann uns Schaden  und Angst machen, wenn er uns so  nahe ist?

Nichts kann uns scheiden von seiner Nähe und seiner Liebe – schreibt Paulus.

Und so ist es. Weil er uns liebt und uns nahe sein will, dürfen auch wir uns zu ihm, dem großen,

gewaltigen, allmächtigen Gott nahen.

Was kann es größeres geben? Nichts!

Karlheinz Zeeb

 

Abendsegen am Mittwoch, 24. Mai nach dem Abend der Begegnung vor dem Gendarmenmarkt in Berlin

 

Feierabendmahl am Freitagabend vor der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße in Berlin

Kirchentag in Berlin

Seit Jahren bin ich beim Kirchentag dabei.

Immer am Freitagabend wird in den Gemeinden, in denen der Kirchentag ist, zum Feierabendmahl eingeladen. Diesmal war ich an der „Kapelle der Versöhnung“. Ein besonderer Ort. Sie steht auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer und wurde aus Lehm und Ziegelresten der an dieser Stelle stehenden Versöhnungskirche gebaut. Die alte Kirche wurde1985 gesprengt.

Heute ist  an diesem Platz eine Gedenkstätte und in der Kapelle sind die Gottesdienste der Versöhnungsgemeinde.

Mit so vielen Gästen beim Feierabendmahl an diesem Platz hatte ich nicht gerechnet.

 

Bestimmt nahmen hier 500 oder mehr Gäste am Gottesdienst teil. Der Predigttext wurde von jungen Leuten vorgetragen. Mose steigt mit den Ältesten des Volkes auf den Berg Sinai und dort schauten sie Gott – und aßen und tranken.

Auch wir feierten bei diesem Gottesdienst und aßen und tranken – Brot und Wein – wie es Jesus uns gelehrt hat.

Für mich bedeutet der Kirchentag das, was dieser Text beschreibt. Er ist ein Höhepunkt im Zeitlauf der Jahre. Vier Tage lang darf ich nichts anderes tun als mit anderen zusammen Gottesdienst feiern und Fragen der Zeit im Lichte des Evangeliums besprechen. Kann  es   etwas  Schöneres  und Wichtigeres im Leben geben?

Karlheinz Zeeb

Schlußgottesdienst mit Abendmahl am Sonntag in Wittenberg auf den Elbwiesen

 

 

 

 

 

 

 

FRAGE UND ANTWORT

Nehmen wir an, ein fremder Mensch kommt mit einer Frage auf dich zu, er möchte etwas von dir, von deinem Glauben oder von deinem Lebensstil erfahren … wie reagierst du? Lässt du ihn abblitzen? Gehst du der Frage aus dem Weg? Oder wendest du dich ihm freundlich zu und versuchst Antwort zu geben?

In dem Monatsspruch geht es genau um diese Situation. Zumindest wenn wir auch den zweiten Teil des Bibelverses in den Blick nehmen: „Eure Rede sei allzeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.“ Das war damals eine wichtige Mahnung für die Christen in der Stadt Kolossä. Vermutlich weil viele Menschen in der Stadt wohnten, oder durch den Handel vorbei kamen, die keine Christen waren.

Auch wir sind heute in einer ganz ähnlichen Situation. Oftmals begegnen wir in unserem Alltag Menschen, die Gott nicht kennen, die keine Christen sind. Wenn wir uns auf diesen Ratschlag von Paulus einlassen, dann müssen auch wir uns auf diese

 

Begegnungen vorbereiten. Es sollte uns ein inneres Anliegen sein, dass wir bereit sind allen Menschen gegenüber eine Antwort zu geben.

Diese Antwort wird von Paulus im Monatsspruch konkretisiert: wenn wir die Gelegenheit haben mit anderen Menschen über unseren Glauben ins Gespräch zu kommen, dann soll das freundlich sein. Paulus meint damit durchdrungen von der Gnade, die Gott uns schenkt. Durchdrungen von der besten Botschaft, die es für alle Menschen gibt: in Jesus Christus haben wir einen an unserer Seite, der uns freundlich gesinnt ist, der unser Leben bereichert und uns einen Weg weist aus der Sünde hin zur Ewigkeit.

Was könnte unser Leben besser würzen und schmackhafter machen als diese Botschaft und Gewissheit? Packen wir es an und nutzen die Chancen, die uns Gott bietet, um freundlich und mit Salz gewürzt über unseren Glauben zu

sprechen!

Daniel Rempfer

(Bezirksjugendreferent ejt)

 

 

Meine erste Reaktion, als ich den Monatsspruch gelesen habe, lautete: Warum eigentlich? Wieso muss ich Gott mehr gehorchen als den Menschen? Warum soll ich einem abstrakten Wesen, das ich nicht sehen und nicht anfassen kann, mehr gehorchen als einem menschlichen Wesen, einem Gegenüber?

 

Bei genauerer Betrachtung fielen mir dann die beiden Verben in dem Vers auf. Müssen und gehorchen. Das sind zwei unbequeme Wörter. Müssen und gehorchen sind bei uns als freiheitsliebende, aufgeklärte Menschen des 21. Jahrhunderts extrem verpönt. Ist also der Glaube an Gott doch auf Zwang und Druck aufgebaut, was viele glaubensferne Menschen am Christentum stört?

 

Der auf den ersten Blick so einfach daherkommende Vers wird auf einmal ganz sperrig. Er passt nicht in unseren Zeitgeist. Er fordert uns heraus. Er verlangt eine Reaktion unsererseits. Er ist kein Kuschel- und Wohlfühlvers. Ist es also doch eine Drohbotschaft im Sinne von du musst, du musst, du musst?

 

Es geht aus meiner Sicht bei diesem Vers letztendlich um die Fragen „Was bleibt?“ und „Was zählt wirklich im

 

Leben?“. Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Fragen heißt Jesus Christus. Er hat uns gezeigt, warum es wichtig ist, sich mehr auf Gott zu verlassen als auf Menschen. Sein Leben und Handeln war stets an göttlichen Maßstäben ausgerichtet, weil unsere menschlichen Maßstäbe zu kurz greifen und nicht tragfähig sind.

 

Es ist zwar allzu menschlich, sich als Mensch auf menschliche Maßstäbe zu verlassen, weil wir ja nichts anderes kennen. Aber Jesus hat uns gelehrt, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, dass da noch was kommt und dass es sich lohnt, sich bereits jetzt auf diese göttliche Welt vorzubereiten. Denn das ist unser wahrer Bestimmungsort, dort sind wir wirklich zu Hause.

 

In dem Wort „gehorchen“ steckt ja auch das Horchen, also das Hören drin. Wenn wir also Gott gehorchen, dann horchen wir auf sein Wort und gehören zu ihm. So verstanden ist der Monatsspruch kein Zwang, sondern die Einladung zur Freiheit im ewigen Leben. Also doch eine Frohbotschaft! Gott sei Dank.

Martin Sautter

 

 

Gott spricht: Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in Euch.                                                                                                                 Hesekiel 36,26

Ein Herz kann pochen, kann erglühen, kann in die Hose rutschen, kann brechen und zerspringen. Das Herz als der Ort, an dem Entscheidungen beeinflusst werden, an dem wir fühlen und empfinden. Ein neues Herz will Gott uns schenken und einen neuen Geist in uns legen, so sagt es der Prophet Hesekiel seinem Volk Israel, das sich zu diesem Zeitpunkt in babylonischer Gefangenschaft befindet. Doch was heißt das für uns heute, im

Jahr 2017?

Ich bin seit dem        1. September in Prag und mache dort einen Freiwilligendienst in der jüdischen Gemeinde. Dort bin ich vor allem in der Altenarbeit tätig und begegne täglich Menschen, deren Lebenserfahrungen Schreckliches beinhaltet. Krieg und Vertreibung, Verfolgung und Mord, Antisemitismus und Vernichtungslager. In diesen Begegnungen nehme ich weder Verzweiflung noch Hass auf die heute Lebenden aus dem Volk der Verursacher von damals wahr. Was für ein Herz könnte das sein, das Gott ihnen geschenkt hat. Ein Herz, das nicht verschlossen ist und in der Vergangenheit bleibt, sondern ein Herz, das die Gegenwart und den Augenblick mit den Menschen zusammen erleben will.

Ein Herz, das auf die Zukunft ausgerichtet ist, in der Sühne und Verzeihen eine entscheidende Rolle spielen. Diese Lebensfreude, die mir in der Begegnung mit Gesprächspartnern widerfährt, möchte ich mir täglich schenken lassen. Beim Sonnenaufgang, wenn sich der Himmel in die schönsten Farben verwandelt. Wenn ein Kind aus vollstem Herzen lacht, weil es glücklich ist. Wenn die Augen einer älteren Frau zu leuchten beginnen, weil sie ein Lied hört, das sie an ihre Kindheit erinnert. Dies ist ein neues Herz, weil es uns ermöglicht, der Welt in einer anderen Weise zu begegnen.

 

Wenn wir ein neues Herz haben, welchen Geist legt Gott dann in uns? Es ist der Geist, täglich miteinander das Gute zu suchen und immer wieder zu finden. Nicht nur auf Glücksmomente zu warten, sondern etwas für sie zu tun. Aktiv für den Anderen, den Schwächeren einzustehen und ihn zu unterstützen. Angetrieben durch diesen Geist, ist es möglich, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen zusammen Gutes zu tun und zu erleben. Es ist der Geist der Versöhnung und es ist der Geist, der Frieden schafft. Es ist nicht der Geist der Ausgrenzung und der Menschenverachtung, nicht der Geist der Verfolgung und des Mordes. Es ist der Geist des Lebens, der das Leben liebt und das Leben immer wieder neu erschafft in der Begegnung

von Menschen untereinander.

Die Jahreslosung ermutigt uns in Zeiten, in denen das Leben und Menschen allzu oft missachtet werden, uns von Gottes Lebensgeist anstecken zu lassen und dem Bösen, dort wo es uns begegnet, zu widersprechen. Kraft dazu gibt uns der Geist, den Gott in uns gelegt hat, der Mut dafür kommt aus dem neu geschenkten Herzen.

Friederike Kessler