„Das war höchste Zeit!“ Ich nehme die Wasserflasche und trinke – was ich eigentlich nicht soll – direkt aus der Flasche, bis sie fast leer ist. So einen Durst hatte ich noch nie gehabt. Mit meinen beiden großen Geschwistern machte ich eine Fahrradtour, ich war wohl um die 10 Jahre alt. Vermutlich hatten wir vergessen, Wasser mitzunehmen – oder war es schon leer getrunken? – jedenfalls wurde ich zunehmend durstiger. Da waren wir aber noch lange nicht wieder zu Hause. Der Durst wurde größer und größer und irgendwann konnte ich an nichts mehr anderes denken als an kühles, erfrischendes Wasser. Der Mund war ganz ausgetrocknet, die Kraft zum Weiterradeln, hier mitten im Wald, ließ nach und hoffte ich nur noch eines: Dass wir bald zu Hause sind. Ich wusste: Lange werde ich es so nicht mehr aushalten.

Seither ist mir das nicht mehr passiert. Oder? Solchen Durst nach Wasser habe ich jedenfalls zum Glück nie mehr empfunden – anders als viele, viele andere 10-Jährige dieser Welt, für die so ein Durst zum Alltag gehört. Auf die zu Hause auch keine Flasche mit sauberem Trinkwasser wartet.

Aber dass ich Gedanken habe, die ich nicht mehr los werde, partout an nichts anderes mehr denken kann, das kenne ich weiterhin. Solche Gedanken können eine echte Qual sein – morgens beim Aufstehen, den ganzen Tag über und nachts in den Träumen verfolgen sie mich. Kennt ihr das?

Auch die Angst, dass ich das nicht schaffe, was vor mir liegt, ist mir nicht fremd geworden. Zu wissen: So werde ich es nicht mehr lange aushalten! Dass die Kraft zum Weitermachen schwindet und ich nur hoffe, dass alles schnell vorbei geht – solche Situationen kommen wohl in jedem Leben immer wieder vor.

Das kann ein Mensch sein, der uns das Leben schwer macht. Oder einer, um den wir uns schrecklich sorgen. Das kann das Gefühl sein, nicht gut genug zu sein. Das kann eine Krankheit sein, die unser Leben bestimmt. Oder der Tod eines geliebten Menschen. Das kann eine Nachricht sein, die uns unerwartet trifft und uns lähmt. Oder etwas ganz anderes – uns allen fallen dazu sicher Ereignisse aus unserem Leben ein.

Die Jahreslosung für 2018 macht gerade für solche Situationen Mut:

Gott spricht: Ich will euch geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21,6).

Die Wasserflasche hat mir als zehnjährigem Mädchen echte Erlösung gebracht hat, Hilfe im letzten Moment. So will Gott für uns sein! Und zwar besonders in den Situationen, die für uns nicht so einfach zu beheben sind wie der Durst nach Wasser.
Er will die düsteren Gedanken aufbrechen und uns Grund geben, auch fröhlich zu sein und uns zu entspannen. Er ist unser innerer Wassertank, der uns mit Frische und Energie versorgen will. Der immer dann anspringt, wenn wir denken: Jetzt geht gar nichts mehr.
Das ist sein großes Versprechen an uns.

Ich wünsche euch und Ihnen für 2018 ein Auge für diese erfrischende und belebende Seite Gottes. Und immer genug zu trinken!

Ihr/Eure Cordula Modrack

Für viele schneller als gedacht, aber jedes Jahr neu, ist sie wieder da: Die Advents- und Weihnachtszeit. Und weil wir dieses Jahr mal wieder die kürzeste aller möglichen Adventszeiten haben, der 4. Advent ist zugleich Heilig Abend, wird heftig gestritten, ob am Heilig Abend, der eben dieses Jahr ein Sonntag ist, die Geschäfte geöffnet haben sollen oder nicht? Wie geht es Ihnen und Euch damit, dass es nun schon wieder Advent ist? Fühlen wir uns hektisch getrieben, ob wir ja auch alles schaffen, die Einkäufe, die Geschenke, und hoffen deshalb insgeheim, dass wir auch am Heilig Abend noch einkaufen können. Oder denken wir, es ist ja doch immer das gleiche, und irgendwie berührt mich diese Zeit gar nicht mehr? Oder freuen wir uns, dass nun wieder Advent und bald Weihnachten ist?

Advent bedeutet Ankunft. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“, so heißt es in dem wohl bekanntesten aller Adventslieder. Und dieses Kommen drückt der Monatsspruch in dem Bild des Lichtes aus und bleibt damit ganz in der Tradition des Alten Testamentes. Beim Propheten Jesaja lesen wir: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“ (Jes. 9,2). Und im Monatsspruch wird dieses Bild vom Licht aufgenommen: „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe“. Gottes Barmherzigkeit kommt zu uns und macht das Dunkel hell. Wenn es auch durch den Lichterglanz in unseren

Dörfern und Städten scheinbar kaum einen dunklen Flecken mehr zu geben scheint, so gibt es doch viele Menschen, die Finsternis und Schatten des Todes erleben. Ehemals gute Freunde haben sich nichts mehr zu sagen, gescheiterte Beziehungen, das Gefühl versagt zu haben, Sucht, Armut, Einsamkeit, Krankheiten, der Tod eines  geliebten Menschen. Da erleben wir Finsternis und Dunkelheit in unseren Herzen. Orientierungslosigkeit, wissen oft nicht, wie der Weg weitergeht? Und gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, wo so viel von Liebe, Freude, Frieden, Geschenke und vom Fest der Familie geredet und gesungen wird, drohen solche Leiderfahrungen noch bitterer zu werden. Doch gerade diesen Menschen gilt ganz besonders die Botschaft von dem göttlichen Licht. Denn dieses Licht steht für die beste Botschaft der Welt: Wir haben einen Vater im Himmel, der sich zu jedem Menschen, aufmacht, egal wie die Lebenssituation auch ausschaut, weil er uns liebt! Jochen Klepper hat dies so ausgedrückt: „Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ Das ist Grund zur Freude, darum geht es im Advent. Möge uns die Botschaft von diesem Licht berühren, trösten, aufrichten und begleiten,

Eine gesegnete und von diesem göttlichen Licht bescheinte Zeit wünscht

Ihr / Euer Karl-Heinz Thurm

 

 

Meine erste Reaktion, als ich den Monatsspruch gelesen habe, lautete: Warum eigentlich? Wieso muss ich Gott mehr gehorchen als den Menschen? Warum soll ich einem abstrakten Wesen, das ich nicht sehen und nicht anfassen kann, mehr gehorchen als einem menschlichen Wesen, einem Gegenüber?

 

Bei genauerer Betrachtung fielen mir dann die beiden Verben in dem Vers auf. Müssen und gehorchen. Das sind zwei unbequeme Wörter. Müssen und gehorchen sind bei uns als freiheitsliebende, aufgeklärte Menschen des 21. Jahrhunderts extrem verpönt. Ist also der Glaube an Gott doch auf Zwang und Druck aufgebaut, was viele glaubensferne Menschen am Christentum stört?

 

Der auf den ersten Blick so einfach daherkommende Vers wird auf einmal ganz sperrig. Er passt nicht in unseren Zeitgeist. Er fordert uns heraus. Er verlangt eine Reaktion unsererseits. Er ist kein Kuschel- und Wohlfühlvers. Ist es also doch eine Drohbotschaft im Sinne von du musst, du musst, du musst?

 

Es geht aus meiner Sicht bei diesem Vers letztendlich um die Fragen „Was bleibt?“ und „Was zählt wirklich im

 

Leben?“. Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Fragen heißt Jesus Christus. Er hat uns gezeigt, warum es wichtig ist, sich mehr auf Gott zu verlassen als auf Menschen. Sein Leben und Handeln war stets an göttlichen Maßstäben ausgerichtet, weil unsere menschlichen Maßstäbe zu kurz greifen und nicht tragfähig sind.

 

Es ist zwar allzu menschlich, sich als Mensch auf menschliche Maßstäbe zu verlassen, weil wir ja nichts anderes kennen. Aber Jesus hat uns gelehrt, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, dass da noch was kommt und dass es sich lohnt, sich bereits jetzt auf diese göttliche Welt vorzubereiten. Denn das ist unser wahrer Bestimmungsort, dort sind wir wirklich zu Hause.

 

In dem Wort „gehorchen“ steckt ja auch das Horchen, also das Hören drin. Wenn wir also Gott gehorchen, dann horchen wir auf sein Wort und gehören zu ihm. So verstanden ist der Monatsspruch kein Zwang, sondern die Einladung zur Freiheit im ewigen Leben. Also doch eine Frohbotschaft! Gott sei Dank.

Martin Sautter

 

 

Abendsegen am Mittwoch, 24. Mai nach dem Abend der Begegnung vor dem Gendarmenmarkt in Berlin

 

Feierabendmahl am Freitagabend vor der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße in Berlin

Kirchentag in Berlin

Seit Jahren bin ich beim Kirchentag dabei.

Immer am Freitagabend wird in den Gemeinden, in denen der Kirchentag ist, zum Feierabendmahl eingeladen. Diesmal war ich an der „Kapelle der Versöhnung“. Ein besonderer Ort. Sie steht auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer und wurde aus Lehm und Ziegelresten der an dieser Stelle stehenden Versöhnungskirche gebaut. Die alte Kirche wurde1985 gesprengt.

Heute ist  an diesem Platz eine Gedenkstätte und in der Kapelle sind die Gottesdienste der Versöhnungsgemeinde.

Mit so vielen Gästen beim Feierabendmahl an diesem Platz hatte ich nicht gerechnet.

 

Bestimmt nahmen hier 500 oder mehr Gäste am Gottesdienst teil. Der Predigttext wurde von jungen Leuten vorgetragen. Mose steigt mit den Ältesten des Volkes auf den Berg Sinai und dort schauten sie Gott – und aßen und tranken.

Auch wir feierten bei diesem Gottesdienst und aßen und tranken – Brot und Wein – wie es Jesus uns gelehrt hat.

Für mich bedeutet der Kirchentag das, was dieser Text beschreibt. Er ist ein Höhepunkt im Zeitlauf der Jahre. Vier Tage lang darf ich nichts anderes tun als mit anderen zusammen Gottesdienst feiern und Fragen der Zeit im Lichte des Evangeliums besprechen. Kann  es   etwas  Schöneres  und Wichtigeres im Leben geben?

Karlheinz Zeeb

Schlußgottesdienst mit Abendmahl am Sonntag in Wittenberg auf den Elbwiesen

 

 

 

 

 

 

 

FRAGE UND ANTWORT

Nehmen wir an, ein fremder Mensch kommt mit einer Frage auf dich zu, er möchte etwas von dir, von deinem Glauben oder von deinem Lebensstil erfahren … wie reagierst du? Lässt du ihn abblitzen? Gehst du der Frage aus dem Weg? Oder wendest du dich ihm freundlich zu und versuchst Antwort zu geben?

In dem Monatsspruch geht es genau um diese Situation. Zumindest wenn wir auch den zweiten Teil des Bibelverses in den Blick nehmen: „Eure Rede sei allzeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.“ Das war damals eine wichtige Mahnung für die Christen in der Stadt Kolossä. Vermutlich weil viele Menschen in der Stadt wohnten, oder durch den Handel vorbei kamen, die keine Christen waren.

Auch wir sind heute in einer ganz ähnlichen Situation. Oftmals begegnen wir in unserem Alltag Menschen, die Gott nicht kennen, die keine Christen sind. Wenn wir uns auf diesen Ratschlag von Paulus einlassen, dann müssen auch wir uns auf diese

 

Begegnungen vorbereiten. Es sollte uns ein inneres Anliegen sein, dass wir bereit sind allen Menschen gegenüber eine Antwort zu geben.

Diese Antwort wird von Paulus im Monatsspruch konkretisiert: wenn wir die Gelegenheit haben mit anderen Menschen über unseren Glauben ins Gespräch zu kommen, dann soll das freundlich sein. Paulus meint damit durchdrungen von der Gnade, die Gott uns schenkt. Durchdrungen von der besten Botschaft, die es für alle Menschen gibt: in Jesus Christus haben wir einen an unserer Seite, der uns freundlich gesinnt ist, der unser Leben bereichert und uns einen Weg weist aus der Sünde hin zur Ewigkeit.

Was könnte unser Leben besser würzen und schmackhafter machen als diese Botschaft und Gewissheit? Packen wir es an und nutzen die Chancen, die uns Gott bietet, um freundlich und mit Salz gewürzt über unseren Glauben zu

sprechen!

Daniel Rempfer

(Bezirksjugendreferent ejt)